Im nachhinein gesehen war es gut, dass ich, einer inneren Eingebung folgend, nicht mit über die Brücke ging. Na ja, ehrlich gesagt waren die Tentakel-verseuchten Seeleute bereits in unsere Richtung gestürmt und ich konnte natürlich Satine nicht im Stich lassen, aber „innere Eingebung“ klingt einfach besser. War auf jeden Fall gut so, da der Kampf da drinnen letztendlich sehr ungleich und wenig herausfordernd war (gääähn). Die drei verfluchten Seeleute konnte ich dann auch erfolgreich auf mich ziehen und mit vereinten Kräften waren sie fix erledigt. Ärgerlich war lediglich, dass ich von den 24 Tentakeln tatsächlich zweimal getroffen wurde … ich werde wohl langsam alt.
Während des Kampfes gegen die Seeleute hatte Edeltraut mit ihrer rollenden Flammenkugel dann auch gleich die bereits erwartete Falle ausgelöst … aus jeder Kachel räkelte sich je eine schwarze Tentakel nach oben und suchte nach Würgeopfern … folglich war der Kampf vorerst für uns beendet, da wir dieses Tentakelfeld nicht überwinden konnten bzw. wollten … die Brücke von Yolo war ja schließlich inzwischen wieder verschwunden. Wir warteten also gemütlich auf das Ergebnis unserer Kameraden da drinnen. Solange die Fackeln nicht ausgingen waren wir ja auch sicher vor
diesen Buschmonstern. Nur Degenhart mit seiner rauchenden Armbrust schoß ab und an einen Bolzen, um seine Kameraden zu unterstützen … Verschwendung in meinen Augen!
Die Ruhe hielt aber nicht besonders lange … plötzlich zuckte ein Flammenstrahl vom Dach herunter und verwandelte Ran in eine lebende Fackel. Geryan setzte sich daraufhin sofort kletternd Richtung Dach in Bewegung um den Feuerteufel zu stellen. Auch Ran zauberte etwas in die Richtung. Ein leichter Nebel bildete sich auf dem Dach, ob der wohl gesund ist? Vielleicht sollte ich Geryan warnen … ach was, bis der endlich mal oben ist … Während Ran wieder geheilt wurde, rührte sich plötzlich Degenhart nicht mehr. Ein gefährlicher Gegner also, aber wo war er nur?
Als nächstes kippte Yersinia nach einem Aufschrei plötzlich um. Zu sehen war wieder nichts, aber auf dem Dach schien der Gegner aber nun nicht mehr zu sein. Edeltraut kümmerte sich gleich erfolgreich um Yersinia (wie ich später erfuhr, hatte der Fiesling Yersinia als Heiltrank benutzt). Zum Dank für die Heilung schlugen dann 4 magische Geschosse bei Edeltraut ein … aber diesmal hatte Satine gut aufgepasst und hüllte den Ausgangspunkt der Geschosse in goldenen Staub. Eine goldene schwebende Gestalt wurde daraufhin sichtbar, die etwas unkoordiniert von uns weg fliegen wollte (war er blind geworden?). Diese Schwäche nutzten wir dann umgehed aus, und holten ihn mit vereinten Kräften kurzerhand vom Himmel.
Ach so, Aristeas war inwischen auch wieder bei uns, der konnte mit seinen Flügeln von der erhöhten Brüstung aus über die Tentakeln hinweggleiten.
An der Absturzstelle angekommen, mußten wir dann überrascht feststellen, das wir Milos erledigt hatten, dieser aber kein Mensch sondern ein verwandelter Schlangenmenschen war. Hach, so ist das also mit den Kultisten! Die gesamte Ausrüstung von Milos löste sich allmählich während des Rückumwandlungsprozesses auf, dabei schien Säure direkt aus der Haut zu sickern … also nichts zu holen … oder hatte Ran, der als erstes an der Leiche war, etwa doch noch was gefunden und eingesteckt?
Nachdem die Fackeln ja nicht ewig halten und wir damit rechnen mußten, dass die Leute drinnen vorerst auch nicht wieder raus können, ohne eine weitere Brücke von Yolo (Übernachtung gefällig?), diskutierten wir einige Optionen für die nächsten Stunden. Aristeas erkundete derweilen die Gegend. Geryan kletterte auf das Dach der Kapelle und öffnete die Abdeckungen einiger ehemaligen Dachfenster (das Glas fehlte inzwischen). Von dort aus ließ Geryan dann ein Seil hinunterbaumeln, welches aber nur Edeltraut dazu benutzte zu den anderen hineinzukommen, um selbst den Altar und die Opferkammer zu begutachten. Ein potentieller Ausweg für die Leute drinnen war damit also schon mal gegeben, allerdings arbeiteten die Zwerge an einem alternativen Ausgang, durch den zuvor der Folter-Priester entkommen war, der Lutzius in der Mangel hatte. Momentan hört man von dort wirklich schwere Arbeitsgeräusche … warum leicht, wenn es auch schwierig geht!
Also war wieder warten angesagt … irgendwo im blauen Nebel waren zwischendurch mal Geräusche zu hören … wir mußten also wachsam bleiben. Noch bevor die Zwerge mit ihrem Durchbruch fertig waren, kam auch schon Aristeas zurück aus den Schatten und berichtete, dass sich an einem großen Tor 3 Oger und mindestens ein Dutzend Schlangenmenschen versammelt hatten … und an der Stelle, wo wir den Garten betreten hatten, warteten jetzt ein Dutzend Untote auf uns: Ghoule und Ghasts. Dann doch lieber die Oger … aber Satine war leider anderer Meinung. Schade!
Irgenwann war dann ein „Geschafft!“ aus der Kapelle zu hören und kurz darauf sah man links von der Kapelle aus einer Buschgruppe eine Fackel auftauchen.
Hier ist also der Folter-Priester rausgekommen und hat sich, während wir kämpften, heimlich davongestohlen … na warte, den kriegen wir schon noch!
Ich bin immer noch für die Oger!