10. Tag: Auftrag erledigt! (Yolo Ois Isi)

Das war ja einfach!
Ok, so ganz trivial war es nicht. Wie hatten doch etwas logistische Schwierigkeiten diesen dicken, schweren, haarigen Muskelprotz zeitlich abgestimmt über die Brücke zu bugsieren.
Der Kampf selbst gestaltete sich einfacher als gedacht, trotz der undurchdringlichen Dunkelheit die uns dort empfing. Meinte ich undurchdringlich? Fast undurchdringlich. Ginnungagap kam in den Genuss von Ebenholzaugen damit er sofort gegen die Dosenfrau, wie er sie hinterher nannte, loslegen konnte. Danach sorgte ich dafür, dass auch ich etwas sehen konnte.
Thors Idee, dass wir ihn beim Angriff unterstützen sollen um die Dosenfrau von ihm abzulenken und dabei nur so tun als ob wir zuschlagen erwies sich als durchschlagend. Der Speer den Thor benutzt ist wahrlich ein fieses Gerät. Hinterher gelang es nicht mal mir die Blutungen der dahinsiechenden Schlangenfrau zu stoppen.
Vielleicht hätten wir uns gemeinsam eher um die anderen Schlangenmenschen kümmern sollen, so gab es den einen oder anderen überflüssigen Treffer. Neesha und Theophyl sind halt keine Kämpfer, die man in die erste Reihen stellen kann.
Alles kein Vergleich mit dem Gemetzel, das vor den Toren dieses Tempel stattfand. Offensichtlich machte sich der Kultist, der sich als Milos tarnte, unsichtbar und feuerte mehrere vernichtende hochgradige Zauber auf unsere zurückgebliebenen Kameraden ab.
Satine sei Dank, sie war es, die ihn mit Goldstaub überziehen und damit wieder sichtbar machen konnte.

Die wertvollen Ausrüstungsstücke unseres Opfers, ein Plattenpanzer, ein magisches Stahlschild und einen Meisterlangbogen haben wir sogleich verteilt wie es uns sinnvoll erschien. Interessant war, dass dieser mögliche Hiddukel-Priester Anspruch auf Schild und Plattenpanzer erhob. Was für ein Raffzahn. Aktuell hat Ginnu das Schild, der Plattenpanzer in Menschengröße muss noch angepasst werden, den Bogen hat äääh keine Ahnung, hat mich nicht interessiert. Gerüchtehalber konnte Ran bei Milos eine Art Zauberstab bergen, bevor er und seine Ausrüstung sich in Säure auflöste.

Und was für eine Enttäuschung. Kein Lutzius. Kein Lonthas-Priester. Und dieser Altar strahlt keine Magie aus. Sind wir hier richtig? Warum mussten wir uns bis hierher durchkämpfen? Warum wurden Lutzius und die Matrosen hierhergebracht. Wo ist eigentlich dieser Lutzius?

Thor und ich öffnen die einzige Türe und erkunden den Raum darin. Zentral gelegen eine Vertiefung mit einer Opferstelle, direkt darüber das riesige Symbol von Lonthas in die Decke gemeiselt.

Mit was hat mich Reorx beauftragt? „Entweihe den Tempel des Chaos-Gottes
Bin ich hier an der richtigen Stelle? Wenn ja, was kann ich tun? Die magische Ausstrahlung der Opferstelle, hier kann ich ansetzten. Ich müsste nur ein geeignetes Heiliges Symbol reinwerfen. Das gefundene Symbol von Kiri-Jolith würde diesen Zweck erfüllen. Blöd nur, dass bei der magischen Reaktion das Symbol mitvernichtet werden würde. Wäre es das wert? Sicher. Schließlich habe ich einen Auftrag. Falls nun jemand den Glauben von Kiri-Jolith annehmen wollte, ich könnte ihm danach aber nicht mehr behilflich sein. Oder doch? Das muss ich später klären.
Entweihe den Tempel des Chaos-Gottes
Diese Opfergrube sieht nicht aus wie ein Tempel. Ich bin mir nun sicher: Ich muss mich um den Altar im Nebenraum kümmern. Nur wie? Heute kann ich nichts mehr in dieser Richtung unternehmen.

Wir haben ihn, wir haben ihn gefunden!“.
Wer auch immer auf die geniale Idee kam, an der Stelle auf der die drei verwandelten Matrosen standen, nach einem Geheimversteck zu suchen:

Ich hätte das gleiche getan.

Unterhalb der Stelle befindet sich ein geheimer Raum, in dem Lutzius gefangen gehalten wurde. Außerdem ist hier auch eine weitere Türe, aus massivem Stein und versehen mit dem achttentakligen Oktopus, dem Symbol von Lonthas. Wenn man an diese Stelle sein Symbol drückt geht die Türe bestimmt auf. Schade, wir haben keines. Theophyl, diese klerikale Wissenssenke, möchte unbedingt einen Wachsabdruck des Symbols anfertigen. Ich spare mir den Hinweis, dass dieses Unterfangen ziemlich sinnbefreit ist. Ein Wachsabdruck wird nie ein Heiliges Symbol werden.
Es scheint als ob Manndies „Scharfsinn“ ansteckend ist.

Manndie, was für eine Enttäuschung! Stand ich nicht vom ersten Moment an hinter ihr und im Kampf vor ihr? Ohne mich hätte sie nie die Funktionsweise der Pfeife von Gu’hll Cha’rak durchschaut. Ihr habe ich den Tipp gegeben, die Lebensenergie des Elfenpuddings zu bestimmen. Für sie habe ich mich mit Gu’hll Cha’rak auseinandergesetzt, habe seinen Einflüsterungen widerstanden. Gewarnt habe ich sie, dass die Benutzung der Pfeife böse Konsequenzen für sie bedeuten wird. In Lebensgefahr habe ich mich für sie begeben, als ich sie unterwiesen habe, welche Lieder sie zu spielen hat, und bin bei ihr geblieben um sie zu unterstützen. Was macht sie? Greift nach meiner Lebensenergie. Und will nicht kapieren, dass ich das nicht so gerne habe. Ok, vielleicht hätte ich ihr nicht drohen sollen sie eine Kopf kürzer zu machen, wenn sie die Pfeife nochmals in meiner Nähe spielt. So begriffsstutzig kann doch eine Gnomin alleine nicht sein. Einfache Worte für ein einfaches Gemüt. Ich habe sie trotzdem unterwiesen, wie sie die Pfeife am effektivsten einsetzten kann. Und sie? Spricht mir ihr Misstrauen aus! Gibt die Pfeife zur Aufbewahrung an diesem großen Muskelprotz. Dabei wäre ich doch der richtige Zwerg gewesen, bei dem die Dunkelzwergenpfeife am besten aufgehoben wäre. Undank ist mein Lohn von Manndie. Trotz dieser Enttäuschung werde ich mich nicht davon abhalten lassen mich weiter um ihr Seelenheil zu kümmern.

Um ihres und um das meiner anderen Schützlinge.

Lutzius! Er ist in einem wirklich elenden Zustand. Er sagt, dass er von den Schlangenmenschen immer und immer wieder gefoltert wurde. Sie wollen von ihm wissen, was er auf seinen Reisen erlebt hat. Aber auch unter Folter konnte er sich an nichts erinnern. Er hätte ja was erfunden, irgendetwas was seine Peiniger hören wollten. Aber angeblich weiß er nichts, wusste nicht, wie er sie anlügen konnte. Auch jetzt kann er sich an nichts erinnern.
Warum wollen die wissen, was er erlebt hat, wie er überhaupt darauf gekommen ist seine Reise zu unternehmen. Die Schlangenmenschen sollten doch eigentlich alles wissen was geplant ist. Seltsam. Sehr seltsam.
Immerhin: Ich glaube, ich kann Lutzius von der Liste der möglichen Hiddukel-Priester streichen.

Während die anderen Lutzius befragen bin ich mit Ginnungagap in dem Geheimversteck an der speziell verschlossenen Steintür. Wir sind überzeugt, dass dies der Weg ist, auf dem der Priester vor uns geflohen ist.
Da die Türe von uns auf normalem Weg nicht zu öffnen ist will Ginnungagap seine unvergleichlichen Fähigkeiten beim Bearbeiten von Steinen anwenden um den Weg gewaltsam frei zu machen. Sein Vorschlag, ihn dabei zu unterstützen nehme ich gerne an. Sicher kann ich viel von ihm lernen und dadurch vielleicht etwas von meiner Zwergizität zurückgewinnen und das Erbe meiner Vorfahren wahren.
Beeindruckend, wie er auf einer scheinbar glatten und massiven Steinplatte Strukturen und Maserungen ausmachen will. Flott geht ihm die Arbeit von der Hand, während ich schweißgebadet immer noch an der gleichen Stelle klopfe, die er mir zugewiesen hat. Aber ich mache mir etwas Sorgen um ihn. Er wirkt unruhig und gehetzt. Immer wieder hält er inne und schreckt auf. Und immer wieder spricht er mit seiner Axt! Ich entnehme wie er in einem etwas fremden zwergischen Dialekt ihr zuflüstert: „Ja, meine Kleine…ich weiß…natürlich…ja, wir kümmern uns um sie… nein, wir machen das…du und ich.. ganz bestimmt… wir lassen sie nicht davonkommen…niemand hält uns davon ab…versprochen.“ Und dann zeichnet er ein Muster, ein großes Monster mit Armen, Beinen und einer großen Keule, auf die Steintür. Wie aus dem nichts bekommt er dabei einen Wutanfall und hämmert seine Zeichnung wieder weg. Aber es scheint ihm danach wieder etwas besser zu gehen. So habe ich ihn noch nie erlebt.

Geschafft“ brülle ich erleichtert, als wir die Tür endlich aufgebrochen haben. Ehrlich, ohne Ginnungagap wäre das nie was geworden. Hinter der Tür führt ein langer Gang weg von der Kapelle und etwas später wieder an die Oberfläche. Oberfläche? Wir sind hier unter dem Wasser. Also Unterfläche? Wie auch immer, unsere Fackeln weisen uns den Weg und halten uns weiterhin die lebenden Büsche vom Hals.

Schnell beschließen wir, dass wir uns zuerst um die Untoten kümmern. Diese Kreaturen sollten wir nicht am Leben lassen. Leben? Ich bin verwirrt. Ich brauch unbedingt ein Bier.
Die Ghule und Ghaste stellen kein Problem dar. Satine kann sämtliche Ghule vertreiben, um die 4 Ghaste kümmern sich die Nahkämpfer. Boah! Wie die stinken! Dagegen war der Rattenbau ja ein süßer Bierhauch! Fast ohne Verletzungen gelingt es uns zuerst die eine Gruppe, dann die andere zu vernichten.
Der Weg führt uns weiter zurück, durch die Kammer mit den Büchern und Pergamenten. Irgendwas wollte ich hier noch suchen. Vergessen! Die drei Schatten bei der Drachenstatue von Ashardalon sind für mich keine Herausforderung. Die Säule mit dem drakonischen Satz „Lasse meine wahre Größe hervortreten“ fasziniert mich. Diese Zeile ist wie für mich geschrieben. Meine wahre Größe sollte für jeden sichtbar sein. Ich muss unbedingt lernen wie man das ausspricht.

Wir beschließen den Ogern und den Schlangenmenschen aus dem Weg zu gehen. Angesichts der Tatsache, dass einige von uns etwas angeschlagen sind und unser magisches Repertoire ziemlich aufgebraucht ist, scheint das den meisten die beste Lösung. Ginnungagaps Flüstern „Magie? Wieso? Wer braucht Magie? Wir haben doch Äxte!“ scheint außer mir keiner zu hören. Er wirkt sehr angespannt und nervös, ich glaube er braucht dringend Zuspruch. Auch bei Silandris sehe ich eher Unverständnis für diese Entscheidung.
Auf dem Weg nach draußen kommen wir an den botanischen Gärten vorbei. Theophyl murmelt was von „Edelsteine die im Humus verborgen sein müssen“ und stochert mit einem Stock in einem Topf. Er glaubt wohl auch nicht an den Erfolg von körperlicher Arbeit. Thor und ich werfen einen der Töpfe um und durchsieben den Inhalt und siehe da: wir finden tatsächlich den einen oder anderen Edelstein. Beflügelt von unserem Fund werden nun alle erreichbaren Töpfe durchsucht, unsere Ausbeute sind mehrere Edelsteine, deren Gesamtwert auf 500 bis 700 Stahlmünzen geschätzt werden. Ein ordentlicher Lohn für eine Stunde Arbeit! Wir sind uns allerdings einig, dass in den Töpfen noch viel mehr Edelsteine sein müssten. Ob der Humus bereits kontrolliert wurde? Wo sind die anderen Edelsteine dann?
Einen Raum konnten wir nicht betreten, hier scheint ein großes Feuer zu lodern. Wir vermuten, dass die Feuerwürmer hier aktiv wurden, weil die Oger sich nicht mehr um sie kümmern können.

Aristeas macht Geryan auf etwas aufmerksam, das vor uns im Weg liegen soll. Ich erkenne eine magische Rune, Potzblitz! Sie ist geladen mit einem Feuerball. Unser Gegner, der Lonthas-Priester, scheint über ein gewaltiges magisches Potential zu verfügen. Weitere Untersuchung der Umgebung fördert eine weitere Rune zutage, diesmal mit einem „Sonic Blast“ versehen. Es gelingt uns nicht die Runen gefahrlos auszulösen oder zu umgehen, deshalb beratschlagen wir was zu tun ist. Geryan würde es gern versuchen die Runen zu entschärfen, aber ich bin dafür, dass sich darum Aristeas kümmern soll. Er hat sie ja auch gefunden.