Knapper gehts kaum! (Yolo Ois Isi)

So ganz haben wir unseren ursprünglichen Auftrag doch noch nicht erledigt. Dazu müssten wir erst mal hier raus und Lutzius und Egidius zusammenbringen. Das ist aber leider nicht so einfach, denn sämtliche uns bekannten Ausgänge wurden von diesem Lonthas-Priester mit magischen Runen versperrt. Dieser Drecksack scheint mir ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Geryan möchte testen, eine der Runen zu entschärfen. Dazu bräuchte er aber, um halbwegs eine Chance zu haben, einen Zauber von mir. Mein Vorschlag, dass sich Aristeas um die Feuerrune kümmern soll (er hat sie ja auch gefunden) nimmt dieser zu meiner Begeisterung auch an. „Dazu bräuchte ich aber auch den göttlichen Beistand von Reorx“ grinst er mich unverschämt an. Dabei fletscht er seine Zähne, dass es aussieht, als habe er seinen Unterkiefer ausgehängt.
Lieber würde ich mir ihm den Arm abhacken als Reorx göttlichen Segen zu missbrauchen. Mein „ich kann dich nur mit meiner Axt unterstützen“ nimmt er, immer noch Zähne zeigend, flügelzuckend zur Kenntnis. Dieser Kerl ist wirklich unheimlich.

Bevor ich vollends die Beherrschung verliere lenke ich das Thema lieber auf die verbliebenen Schlangenmenschen. Da wir wieder hierher zurückkehren wollen sollten wir den gegnerischen Trupp dezimieren bevor er Verstärkung bekommt.
Aristeas schleicht auch sogleich von dannen um die Lage bei den Schlangenmenschen und den Ogern zu sondieren. HA! Scheint als ob auch ich ihm unheimlich bin. Er berichtet von insgesamt 16 Schlangenmenschen und 3 Ogern, die außerhalb des Gebäudes auf uns warten. Der Lonthas-Priester scheint die Anlage bereits in Richtung Freihafen verlassen zu haben.

Schnell legen wir der feindlichen Truppe einen Hinterhalt: Wir zünden zwischen den Pflanztrögen einen Rauchstab, Thor verkleidet sich als Gärtner, Geryan und Aristeas verstecken sich neben der Tür im Schatten und der Rest versteckt sich, zum Teil hinter den Pflanztrögen, zum Teil weiter hinten in den Seitengängen und im Rauch.
Immerhin 4 der Schlangenmenschen kommen und wollen nach der Ursache des „Feuers“ sehen.
Bevor die sich recht einen Überblick verschaffen können liegen sie auch schon am Boden ohne auch nur einen von uns zu verletzen So kann es weiter gehen.
Leider reagieren die restlichen nicht mehr auf Rauch, und auch nicht auf die vermeintlichen Hilferufe auf drakonisch.

Wir dringen weiter vor, geben uns auch zu erkennen, aber unsere Gegner postieren sich geschickt hinter der Außentür. Für solche Situation sind Kender wie geschaffen: Edeltraut spöttelt sowohl die Oger als auch die Schlangenmenschen. Trotzdem reagiert keiner, es scheint Verständigungsprobleme zu geben. Mit vereinter Kraft, Theophyl und Ginnungagap provozieren nun zusammen mit Edeltraut, scheint es uns zu gelingen die Gegner aus der Deckung zu locken. Mehr als einmal will einer zu uns in den Raum stürmen, kann aber von seinen Freunden gerade noch zurückgehalten werden. Während wir diskutieren, ob wir die Engstelle umgehen sollen fällt Edeltraut auf, dass es draußen sehr still geworden ist. Kein Laut, keine Spur, keine Schuppe von den Schlangenmenschen ist zu hören oder zu sehen.

Ob die uns umgehen wollen? Hahaha. Geniale Idee.
Den zwölf Schlangenmenschen entgegengehen oder zuerst die Oger kloppen?
Ginnungagap nimmt uns die Entscheidung ab und stürmt vor, wir alle hinterher. Ein wütender axtschwingender Ginnungagap, mir tun die Oger jetzt schon ein bisschen leid.

Und tatsächlich, klein und wendig wie er ist, weicht er auch schon der ersten Keule aus, die auf ihn niedersaust, dabei war er selbst noch gar nicht in Schlagreichweite. Und bevor der Oger auch noch ausweichen kann macht es auch schon *knack* und Ginnu zertrümmert ihm die Kniescheibe. Die sind ja leicht zu treffen, das wird ein Spaß! Aber auch die Oger stellen sich auf meinen Freund ein. Eine weitere Keule saust auf Ginnu herab, Ginnu scheint den Schlag mit seinem Helm zu blocken. Ob das so clever war? Auf jeden Fall scheint er für einen kurzen Moment nichts zu sehen, der Helm ist ihm wohl über die Augen gerutscht. Da macht es auch schon wieder *KNACK*, noch eine Keule die auf Ginnus Helm knallt. Er ist schon bis zu den Unterschenkeln im Boden eingesunken!!! Das sieht so aus, als ob sie ihn ungespitzt in den Boden hauen wollen. Das sollten sie lieber nicht tun, denn ich kann mir vorstellen, dass Ginnu nun sehr sehr WÜTEND wird. Die Ärmsten! Das wird sicher ein kurzer Kampf wenn mein Freund erst mal in Rage ist. Während ich mir noch Sorgen mache ob des kommenden Gemetzels, hauen und schießen alle anderen auf die vorderen beiden Oger, die nun jede Menge kleiner und größerer Wunden aufweisen. Läuft da etwa etwas Blut aus Ginnus Nase? Ich meine, er versucht verzweifelt seinen Helm wieder in den Nacken zu schieben. Huch, jetzt hab ich fast verpasst auch in den Kampf einzugreifen. Ich renne raus an die Unterfläche, schiebe mich als letzter von uns zwischen Ginnu und einen der Oger, treffe ganz isi dessen heiles Knie und schon wird es dunkel über mir. Verdammt, der fällt auf mich drauf! Gerade noch kann ich ausweichen und komme neben Ginnu zu stehen. YEAH.

„EIN OGER!“

Seht euch nur mein Werk an! Ich habe einen Oger umgemacht!“

Mein erster Oger! Ich verstehe Ginnus Hochgefühl und fühle mich zwergischer als je zuvor in meinem Leben.

Aber schon schwingt auch mein ZwergenBruder seine Axt wieder. Trotz blutiger Nase und blutunterlaufenen Augen rammt er mit ungestümer Kraft seine Axt ins Scrotum seines Gegners.

Nix mehr OOgern, nur noch ..gern! Hab ich mir doch gedacht, dass es hässlich werden wird wenn Ginnu auf einen Oger trifft. Er haut ihn um, denke ich. Doch nein, Silandris schiebt sich zwischen Ginnu und den dritten Oger „der Riesentölpel trifft mich nie!“ Und tatsächlich, die nagelbesetzte Keule seines Gegners geht weit vorbei.

Leider ist Ginnungagaps Oger nicht klar, dass er nicht treffen kann. Wieder saust eine riesige Keule in Ginnus Richtung, und schon wieder kann dieser nicht ausweichen. Au, das hat doch ein kleines bisschen weh getan, möchte ich wetten.

Wo ist er denn jetzt hin? Ich schau mich um.

„Ist irgendjemand hier!?!“

Während ich Ginnu suche – er liegt tatsächlich eben mit der Grasnarbe am Boden – hauen und schießen alle anderen weiter auf die beiden Oger.

Ich beeile mich, meinen Lieblingsberserker auszugraben.

„Da muss Luft ran… Da muss LUFT ran“.

Da springt mich ganz unerwartet Manndie an und drückt mir einen Kuss auf beide Backen. Sie stammelt was von „mein Held“ und „Ogerschlächter“. Hat sie auch schon eine Keule auf den Kopf bekommen? Mir schießen verschiedene Gedanken durch den Kopf. Hat sie etwa… ? Nein. Die Pfeife hat ja Thor, die Bärenklaue hängt noch um meinen Hals und sonst habe ich nichts Wertvolles bei mir. Ob sie das eben aufrichtig gemeint hat? Oh Reorx, „das schönste auf der Welt, ist ganz sicher die Welt selbst.“

Moment, Ginnu! „Ich bin gleich wieder da.“

Ein Heilzauber, mein Letzter, und wirklich gut gelungen, bringt Ginnu wieder auf die Beine.

„Ich wusste die ganze Zeit, dass Du lebst, ich wusste es.“

Er torkelt mit letzter Kraft wieder auf die Beine, nimmt einen Heiltrank zu sich und murmelt

„Lieber geh‘ ich doch das Risiko ein, da vorne bei dem Oger als hier zu sterben, in diesem scheiß Negativaquarium, und den Rest meines Lebens damit zu verbringen, mit irgendeiner bescheuerten Axt zu reden!“.

Gemeinsam gelingt es uns die beiden Oger umzuhauen, Schwanhild und Aristeas gelingt der jeweils letzte Schlag. In der Zwischenzeit hat auch Theophyl eine Keule abbekommen, er sieht aber nur leicht verletzt aus.

 

Wir haben genug! Die Oger waren härter als gedacht, und für Ginnungagap sicherlich eine höchst lehrreiche Erfahrung. A propos Ginnungagap, wie er da vor mir lag, quasi in den Boden gestampft, war mir aufgefallen, dass seine Wunden richtig übel aussahen. Nicht schwarzgerändert oder eitrig, nur irgendwie weiter offen und sie haben viel stärker geblutet, als ich es erwartet hätte.

Ich bin mir sicher, ich hätte keinen weiteren Moment mehr mit dem Heilzauber warten dürfen, sonst wäre Ginnungagap unwiederbringlich verloren gewesen.

Was für ein Glück, dass er während seiner Wutanfälle nie den kompletten Schaden nimmt.

Was für ein Glück, dass ich noch einen Heilzauber zur Verfügung hatte.

Was für ein Glück, dass ich direkt nach dem Keulentreffer bei ihm war und eingreifen konnte.

Was für ein Glück, dass mir der Heilzauber so gut gelungen war.

Der Effekt mit den stark blutenden Wunden verschwand als Ginnu den Heilzauber erhielt und er wieder handlungsfähig war. Bewusstlos am Boden liegend blutete er doppelt so stark wie normal. Bei der Besprechung mit Edeltraud, Schwanhild und Satine werden wir uns einig, dass dieser Effekt erstmals beim großen Kampf am Brunnenrand aufgetreten war. Edeltraut ist nun auch klar, was die Botschaft im Traum mit Habbakuk zu bedeuten hat: „Achte auf die Gesundheit deiner Freunde“. Hätte sie wohl tun sollen. Nur gut, dass ich aufgepasst habe. Eine echte Erklärung haben wir aber nicht.

 

Nun sind wir uns alle einig: Es wird Zeit die Unterfläche zu verlassen und wieder nach Freihafen zurückzukehren. Auf der Suche nach einem Alternativweg wurde von, ich weiß nicht mehr wem, vorgeschlagen einen größeren Felsen mitten in diesem Garten zu untersuchen. Er könnte ungefähr da stehen, wo wir den Raum mit dem unsichtbaren Buch gefunden haben. Ginnu erkennt in der Felsstruktur eine deutliche Unregelmäßigkeit, und als er diese genauer untersuchen will verschwindet seine Hand im Fels. Eine Halluzination die einen Spalt fast perfekt verdeckt! Wir schlüpfen durch den Spalt und kommen wieder an eine massive steinerne Türe. Wieder leitet Ginnungagap den Durchbruch an, und mir scheint, dass ich schon ein bisschen mehr weiß worauf ich zu achten habe um den Stein klein zu klopfen.

Danach ist es einfach, wir folgen dem uns bekannten Weg zurück bis in das Haus mitten in Freihafen.