Jetzt diskutieren die immer noch über die gefundenen Gegenstände. Ist das so schwer?
- Flöte: Macht Musik.
- Kerze: Macht Licht.
- Trank: Kann man trinken.
- Grüne Steine: Kann man verkaufen.
Ich will weiter!
Edeltraut sagt: “Der Trank mit der Fledermaus hat wahrscheinlich die Wirkung, dass man ‚sehen‘ kann wie eine Fledermaus. Man kann also im Dunkeln Gegenstände durch Schall orten.“ „Na das ist ja nicht schlecht.“ Sage ich. „Man könnte also auch eine Illusion durchschauen.“ Wer hat da „Quatsch“ gesagt? Zum Glück hat mir mein Vater ein bisschen was zu den Magiekundigen erzählt. So kann ich erklären, dass es verschiedene Arten von Illusionen gibt. Schon gut, dass ich mich dieser Gruppe angeschlossen habe. Komisch ist, dass die Kenderin schon wieder was gewusst hat. Sind Kender etwa doch intelligenter als Ratten? Hm, … alle nicht, aber diese vielleicht. Die Illusionen hier unten sind zwar nervig, aber besser ist es wohl, wenn man den Trank gegen Unsichtbare einsetzt. Ich muss unbedingt weiter „Blind Kämpfen“ üben. Schwanhild steckt die Steine ein, Yolo die Flöte (ich achte darauf, dass Manndie sie nicht kriegt. Flöten von Dunkelzwergen können nichts Gutes bedeuten.) und Geryan nimmt die Kerze an sich. Wo ist eigentlich der Trank?
Endlich gehen wir weiter!
Wir kommen in einen kleinen Raum, rechts wieder eine eingefallene Mauer mit Felsen und Dunkelratten, links eine Holztür und geradeaus ein Gang mit vielen offenen Türen. Ich bitte um Ruhe und lausche. Es raschelt irgendwo hinten im Gang. Es kam aus einer der offenen Türen, die wir inzwischen als eine Art Gefängnistüren erkannt haben. Ich bewache den Gang, während Geryan die Holztür untersucht. Er entdeckt einen Faden, der am Türrahmen entlang nach oben und dann in dem Raum hinter der Tür führt. Es gelingt ihm den Mechanismus zu entschärfen und die Tür zu öffnen. Schnell wird klar, dass der Faden keine Falle, sondern ein Alarm sein muss, da er quer durch den Raum zur nächsten Tür führt. Neesha ist schwer beeindruckt von Geryan. Es scheint eine Art Hierarchie bei denen zu geben. Das mag ich an den Menschen. Es ist gut, wenn jeder weiß wo seine Position ist. Ich erkenne, dass die Kerze, die wir gefunden haben, doch zu was nütze ist. Die nachtblinden Menschen können endlich besser sehen und Geryan entdeckt auf dem Boden des Raumes einige Krähenfüße. Sie waren durch Staub auf dem Boden verborgen und so verteilt, dass ein Weg zur nächsten Tür frei war, wenn man nicht den direkten Weg nimmt. Feige, hinterhältige … Ich spreche es lieber nicht aus.
Langsam wird das Wacheschieben langweilig. Geryan soll sich mal beeilen.
Geryan hört hinter der zweiten Tür laute Geräusche (*Plock* *Plock*) und Stimmen in drakonischer Sprache. „Schon wieder nicht das Auge getroffen!“ übersetzt Ran. Wir vermuten, dass 3-4 Schlangenmenschen Wurfübungen mit ihren Speeren machen. Manndie schaut durch das Schlüsselloch und sieht die Schlangenmenschen. Als die mit ihren Übungen fertig sind und den Raum offensichtlich verlassen, öffnet Geryan vorsichtig die Tür. (*Plock*) Ein Speer bohrt sich von innen in das Holz. Geryan wird kreidebleich oder ist das das Kerzenlicht? Wir beschließen die Türe zu verkeilen, Geryan verstreut davor die Krähenfüße und als alle draußen sind staple ich ein paar große Steine vor die erste Türe. Lumpi zeigt an, dass der Kapitän durch die Türe und den Raum geführt wurde, aber wir wollen erst in den Gang mit den Gefängnistüren und mögliche Überraschungen beseitigen. Ein ekliger Geruch nach Verwesung kommt uns entgegen.
Die sechs Dunkelratten, die aus den Gefängnissen rausspringen, sind schnell erledigt. Deshalb gehe ich ja voraus und auf die Zwerge ist auch Verlass. Hat Schwanhild auch mitgekämpft? Endlich mal eine Menschenfrau, die nicht schwächlich ist. Gegen eine Minotaurenfrau hätte sie keine Chance, aber für einen Menschen ist sie sehr groß und stark. Ob das unter ihrer Rüstung Brustmuskeln sind? Ich habe bei einer Menschenfrau noch nie so große Brustmuskeln gesehen. In den Gefängnisräumen befindet sich nichts Wertvolles. Der Raum am Ende des Gangs ist etwas größer und hat wieder einen halbrunden Brunnen an der Wand dieses Mal mit Schlangenkopf als Wasserspeier (oder was auch immer da raus kommt). Der Verwesungsgeruch wird stärker. Yolo und Ginnu lösen am Boden eine Fallgrube aus. Gute Zwerge! Stehen wie ein Fels! An der linken Wand befindet sich eine Türe. Ich springe über die Fallgrube in den Raum und wende mich dem Brunnen zu. Da scheppert es ungeheuer laut neben mir. Irgendwas ist umgefallen oder runtergefallen. Ah! Yolo hat vor der linken Tür eine weitere Fallgrube gefunden. „Hier unten sind keine wertvollen Gegenstände!“ ruft er. Mit meinem Seil helfe ich ihm wieder raus.
Die anderen haben inzwischen den Brunnen untersucht. Natürlich ist dort wieder ein Spruch auf drakonisch eingraviert und natürlich wollen die den Brunnen aktivieren. Wir müssen zur Sicherheit alle den Raum verlassen, da dieses Mal ein Gas vermutet wird. Ran spricht auf drakonisch: „Let there be death!“ und ein gelber Nebel kommt aus dem Maul des Schlangenkopfes. Ich bin mir nicht sicher, was schlechter riecht, die Verwesung oder der gelbe Nebel. Irgendeiner erkennt sogar den Geruch des Nebels: „Atem des Basilisken„.
Naja, lasst uns weitergehen. Da ist noch eine hübsche Türe.
Ich habe ein sehr ungutes Gefühl. Mir ist schon aufgefallen, dass Edeltraut sich sehr intensiv um ihren Wolf kümmert. Er lässt sich nicht überreden in den Raum zu gehen. Ich kann ihn gut verstehen. Wir lassen Lumpi zurück. Es ist gut, wenn er Wache im Gang hält. Wir blockieren die zweite Fallgrube. Ich öffne die Tür und betrete vorsichtig den Raum. Der Gestank ist unerträglich. Ich habe mir ein feuchtes Tuch vor die Nase gebunden. Ein riesiger Haufen mit Knochen, verfaultem Fleisch, Rüstungen und Waffen liegt vor mir. Ein paar Dunkelratten äugen zu mir rüber, aber greifen nicht an. Komisch! Ein Bolzen zischt an meiner Schulter vorbei. Er trifft die Ratte nicht, aber alle Ratten flüchten. Yolo! Denk an den Abprallwinkel! Ne, Yolo war es nicht. Egal! Mit gezücktem Zweihänder bereit zum Zuschlagen drücke ich mich an der Wand entlang. Ich versuche eine Position zu finden, von der aus ich hinter den Leichenhaufen blicken kann. Plötzlich glotzen zwei Handteller große Augen hinter dem Haufen hervor. Ich erkenne eine riesige Dunkelratte, die bis zur Decke reicht. Taktischer Rückzug und Lagebesprechung!
Ich habe ein sehr sehr ungutes Gefühl. Der Schlachtplan ist schnell gemacht. Wahrscheinlich werden uns die große Ratte und ein paar kleine Angreifen. Alle müssen so weit wie möglich reinlaufen, damit die anderen nachkommen können. Ich kümmere mich um die große. Die anderen kommen nach, sobald sie die kleinen erledigt haben. Ran fängt an wie Sonnenlicht zu leuchten, damit die Menschen was sehen. Habe ich Ran eigentlich schon mal kämpfen gesehen? Naja, er ist ja nur ein schwächlicher Elf. Es muss an diesem Gestank liegen. Ich bin etwas benommen und diese Ratte weicht unglaublich geschickt aus. Ein paar Bisse von der Ratte und ich sehe alles wie durch Nebel, die Stimmen und der Kampflärm sind ganz weit weg. Als ich wieder zu mir komme, hat Yolo die Hand an meinem Knie. Der gute Yolo! Schon gut, dass ich mich dieser Gruppe angeschlossen habe. So viel Bisswunden halten nur ein Minotaur oder ein Zwerg aus. Das nächste Mal höre ich auf mein ungutes Gefühl.
Als die Riesenratte tot ist, durchsuchen wir den Raum. Edeltraut findet einen Goldring, einen Trank und einen Behälter mit einer Spruchrolle. Yolo liest sofort die Spruchrolle und mir geht es viel besser. Spruchrollen, Tränke, aufgelegte Hände, … was es nicht alles gibt! Etwas bläuliches Tageslicht kommt an einem Spalt herein. Uns fällt auf, dass weitere Dunkelratten im Geröll verschwinden. Edeltraut vermutet, dass die Riesenratte die Kleinen wahrscheinlich mental unter Kontrolle hatte. Deshalb wollte Lumpi auch nicht weiter. Wir sind alle ausgepowert. Wir entscheiden uns, zur Stadt zurückzugehen um Einkäufe, Verkäufe und Heilungen zu tätigen. Endlich kann ich meinen Bänderpanzer abholen. Den Rückweg präparieren wir so, dass wir erkennen können, ob jemand durchgelaufen ist.
In der Stadt sind die Besorgungen schnell gemacht. Zusätzlich bringen wir die drei Wurmhäute von den „Gricks“ zu einem Gerber, damit er sie für den Rüstungsmacher vorbereitet. Ich zeige jedem meinen neuen Bänderpanzer. Wow, ist der toll!
Yolo erzählt uns, dass er, seit er die Flöte hat, eine Stimme hört. „Gibt die Flöte weg, Du darfst sie nicht haben!“ sagt die Stimme. Er habe sich als „Ghull-Charach“ vorgestellt. Na toll! Jetzt sind Edeltraut und Manndie natürlich noch neugieriger auf die Flöte.
Edeltraut schickt mich zum Tempel, da die Riesenratte mich mit einer Krankheit infiziert hat. Wir gehen zu Bruder Egidius und Bruder Brutus heilt mich. Moment, irgendetwas stimmt hier nicht? Ich mache, was eine Kenderin mir sagt! Ich muss vor dem Schlafengehen unbedingt KIRI-JOLITH um Rat fragen. Wir übernachten wieder in der Schreibfeder des Gelehrten und stellen zur Sicherheit Nachtwachen auf.
Beim Frühstück ist Manndie ganz fröhlich und erzählt stolz, dass sie auf der Flöte die Tonleiter gespielt hat und es ist garnix schlimmes passiert. Es wurde nur etwas kalt. Mist! Wir haben nicht gut genug auf die Flöte aufgepasst. Ich muss darauf achten, dass Edeltraut und Manndie nicht gemeinsam Nachtwache haben. Gnome sind tatsächlich nicht intelligenter als Ratten.
Bevor wir uns wieder auf die Suche nach dem Kapitän machen, suchen wir Bruder Egidius auf und bitten ihn etwas über die Flöte herauszufinden. Auf dem Weg zurück zu den Schlangenmenschen kontrollieren wir jede unserer Markierungen. Erst ab dem Raum, in dem wir Graubart gefunden haben wird es komisch. Graubart ist weg und es sind Spuren in den Gängen zu erkennen. Die Felsen vor der Tür sind weggeräumt und auf dem Boden sind Blutspuren. Da sind wohl die Wolfsmenschen in die Krähenfüße gelaufen. Ich mag diese Krähenfüße nicht. Unehrenhafte Mittel!
Yolo hört inzwischen keine Stimme mehr, aber ich glaube, dass er die Flöte noch hat. Wir öffnen vorsichtig die zweite Tür. Der Speer steckt nicht mehr, das Loch ist noch zu sehen. In dem Flur dahinter befindet sich eine dicke Staubschicht. Da stimmt was nicht. Gestern sind dort noch Schlangenmenschen rumgekrochen. Manndie redet wirres Zeug: „Ich habe gestern durch eine Tür an dieser Wand durch das Schlüsselloch geguckt! Nicht dort!“ Lasst sie reden, ich will weiter! Aber ne, die fangen schon wieder an zu suchen. Tatsächlich finden sie eine Steintüre (ohne Schlüsselloch!), öffnen diese und dahinter steht eine Schlangenmensch-Statue. Wieder totale Verwirrung bei der Gruppe. Die einen wundern sich über die Statue und die anderen sagen, da sei keine Statue und gehen einfach hindurch. Schon wieder so eine blöde Illusion. Nach einer Weile kommen Geryan und die anderen hinter der Statue wieder hervor und bringen einen Ring, 2 magische Tränke und 2 normale Tränke mit. Auf dem Ring scheint eine Art Priestermagie zu liegen, die zwei magischen Tränke verbessern zum einen die Fähigkeit Schleichen und zum anderen die Fähigkeit Verstecken und die nicht magischen Tränke schützen vor Gift und vor Krankheit.
Hinter der Holztür wird eine Falltür entschärft, die man wegen der Staub-Illusion nicht erkannt hätte. Am anderen Ende des Gangs ist eine weitere Holztür, die eine Speerfalle enthält. Der Mechanismus kann nur von innen entschärft werden und die Tür ist von innen verriegelt. Geryan und Neesha probieren ihren neuen Werkzeugkasten aus. Löchlein bohren und Riegel mit Metallstab anheben. Ohje, das dauert mal wieder! Mist! Irgendjemand drückt den Riegel von innen wieder runter. Es steht also jemand direkt an der Türe. Ich hole mit dem Speer aus und flüstere: „Weg da!“ TSCHOK! Der Speer durchdringt das Holz der Türe wie Butter und bleibt stecken. Auf der anderen Seite ist offensichtlich niemand verletzt. Jetzt muss es schnell gehen, bevor jemand Verstärkung holt. Ich ziehe den Speer aus der Tür, nehme Anlauf, renne los und krache durch das dünne Holz der Tür. Yeah! So öffnet man Türen! Zwei Speere streifen knapp meine neue Rüstung. Ein dritter durchbohrt sie und bleibt stecken. Autsch! Ich bin wütend! Mein schöner neuer Bänderpanzer!