Tag 36: Der Tempel des Yig (Thor)

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Der Buchdeckel hat einen Titel in drakonischer Schrift. Ich unterhalte mich mit Ran über die beiden magischen Auren. Währenddessen liest Theo das Buch. Uns fällt auf, dass er direkt in die Augen schaut, das Buch liest und uns dann berichtet, dass nur Firlefanz über Götterkram drin steht. Eine typische Reaktion von Theo. Von Ran erhalte ich keine Antwort bezüglich der Augen, außer, dass der Bezauberungszauber sehr hochlevelig sei und er ihn nicht kenne. Aber es scheint nicht gefährlich zu sein, denn weder Ran noch Theo wurden bezaubert. Ich halte das Buch für sehr interessant. Theo möchte das Buch nicht mitnehmen, deshalb schlage ich vor, dass ich es mitnehme. Theo macht sich über mich lustig. Ich glaube, er hat immer noch nicht verstanden, warum wir in diesem Tempel sind. Mein Blick wandert unwillkürlich zu den Augen der Schlange. Sie leuchten sehr schön. Faszinierend! Es ist nur ein Bruchteil einer Sekunde, aber mir geht so viel durch den Kopf. Das Buch ist wichtig! Theo ist mal wieder gegen mich! Die Augen sind ein Meisterwerk! Ran verrät mir nichts über die Augen! Und Geryan? Er schaut immer so listig, aber jetzt kommt es mir hinterlistig vor. Ich habe es schon immer gewußt, die drei stehen nicht auf meiner Seite. Mit einem Handstreich könnte ich sie töten. Ziehe ich mein Schwert? Ich hätte die Überaschung auf meiner Seite. Nein, das kann ich nicht machen! Sie sind zwar meine Feinde, aber nicht jeder Feind muss sterben. Hm, ich spüre in meinem Herzen, dass die ganze Gruppe gegen mich ist. Es schmerzt mich sehr, aber es ist eindeutig. Ich muss diese Jadeschlange kriegen. Das ist meine Aufgabe, aber das schaffe ich nicht alleine. Allerdings kann ich nicht so tun, als ob ich ihr Freund wäre. Das wäre hinterlistig. Die Gruppe könnte die Schlange besorgen und dann nehme ich sie ihnen ab. Thuron ist sicher auch hier, um sie der Gruppe abzunehmen. Das kann ich ausnutzen. Erst mal raus aus dem Raum. Weit weg von der Gruppe und einen Plan überlegen. „Du möchtest das Buch nicht?„, frage ich Theo. Als er bestätigt, stecke ich das Buch ein und verlasse den Raum. Mist, er folgt mir direkt. Ich kann nicht unbemerkt verschwinden. Ah, die beiden im Lazarett. Dort kann ich ihn ablenken. „Gut, dass Du mitkommst, Theo. Wir brauchen noch mehr Informationen von den beiden Schatten im Lazarett und Du kannst Drakonisch.„, sage ich zu Theo. Ich gebe Anweisungen, was er fragen soll, und in einem unbeobachteten Augenblick verlasse ich den Raum. Ein Glück ist niemand auf dem Gang. Ich eile nach oben. AlliStar begrüßt mich. Er war mir schon immer suspekt. Ich verstehe kein Drakonisch, aber ich höre eindeutig eine leicht verhöhnenden Unterton. Er versucht ihn zu verbergen, aber ich habe ihn durchschaut. Ich erkläre ihm mit Händen und Hufen und einer Zeichnung im Staub die Situation mit VroSh. Er scheint zu verstehen und zeichnet einen Pfeil neben meine Zeichnung. Die Rüstung des VroSh scheint eine Schwachstelle zu haben. Ich gehe und schwimme nach oben auf Ebene 1. Sehr vorsichtig schaue ich, ob Thuron oder weitere Schatten irgendwo sind. SanSturomaS ist auch nicht zu sehen. Dann gehe ich vorsichtig ganz aus dem Wasser. Das Tor steht offen und etwas Licht fällt in den Raum. Ich bin mir sicher, dass wir das Tor verschlossen hatten. Als ich näher an das Tor gehe höre ich eine drakonische Unterhaltung. Ich sehe Thuron! Mist, ich hoffte, er wartet woanders auf die Gruppe. Er unterhält sich mit … JA SO EIN GESTELZSTER ELFENQUARK … Das ist der quicklebendige SanSturomaS! Dann war der Schatten eine Illusion? Selbst SanSturomaS kann ich nicht trauen! Thuron hat das Amulett des Yig, aber er berühert es nicht direkt. Offensichtlich darf er das Amulett nicht anfassen. Ein duzend Kämpfer stehen drum herum. Dass die beiden gemeinsame Sache machen, hätte ich nicht gedacht.
Ohje, jetzt stehe ich zwischen zwei gegnerischen Parteien, die beide meine Feinde sind. Thuron wird nicht sofort nach unten gehen, er wird hier oben auf die Gruppe warten. Aber die Gruppe darf Thuron noch nicht treffen. Am Ende verbünden die sich gegen mich. Also runter auf Ebene 3 und dort verschanzen. Alles zusammen sammeln, was ich finden kann und die Rampe verrammeln. Von der erhöhten Position habe ich einen Vorteil. Die Kissen lasse ich liegen. Die riechen sehr ungesund!
Wow, habe ich viel Zeit die Statuen und Schränkchen schön aufzuschichten. Vermissen die mich garnicht? Wahrscheinlich hoffen die, dass ich getötet wurde. Ein paar schöne Freunde! Naja inzwischen ist mir ja klar, dass es gar nicht meine Freunde sind. Hoffentlich gehen sie weiter nach unten, um die restlichen Gegenstände zu besorgen. Ich habe also Zeit mir einen Plan auszudenken.
Eine Möglichkeit wäre, dass ich die Gruppe erst Thuron und seine Schergen vernichten lasse. Dann soll jeder im Zweikampf gegen mich antreten und der Sieger bekommt die Statue. Das wäre fair. Hm, aber keiner von denen ist rechtschaffen. Keiner wird sich an die Absprachen eines fairen Zweikampfs halten. Ich brauche einen anderen Plan.
Ich höre Yolos Stimme. Ich kann nicht verstehen, was er sagt, aber er scheint sehr sauer zu sein. Schritte kommen näher! Ich lege einen Pfeil an die Sehne. Ginnus Bauch ist als erstes zu sehen. „Halt, keinen Schritt weiter, sonst durchbohren Euch meine Pfeile!“ Sie sind alle sehr überrascht. Hah! Damit haben sie nicht gerechnet, dass ich ihre Feindseligkeit durchschaut habe! Ich schieße einen Pfeil zu Warnung knapp an ihnen vorbei. Es beginnt eine recht lächerliche Diskussion mit mir. Seltsame Dinge passieren. Ich höre zum Beispiel Manndie ein Lied trällern und kann währenddessen nicht angreifen. Ich höre seltsame Geräusche, aber erblicke niemanden. „Bleibt fern von diesen Stockwerk! Geht weiter nach unten!
Ich habe die Rampe fest im Blick. Geryan kommt recht siegessicher die Rampe hoch. Er hat seinen Umhang ungewöhnlich fest verschlossen als ob er etwas verbergen wolle. Yolo folgt ihm unbewaffnet! Es kommt zu einem kurzen Kampf und ich sehe, dass Geryan die Schlangenschuppe trägt. Ich versuche die Schwachstelle zu erkenne, aber der Umhang stört. Geryan ergreift die Flucht. Ich versuche ihn zu ergreifen, aber ich gebe mir nicht viel Mühe. Der echte Gegner ist Yolo, auch wenn er ohne Waffe kommt. Er verspottet mich. Er verspottet meine Rasse. Dieser miese Zwerg. Er treibt mich zur Weißglut. Ich greife ihn mit meinem Schwert an. Ich scanne die Umgebung nach weiteren Angreifern, alle meine Muskeln spannen sich an, dann hole ich aus. Mein Herz macht einen Sprung in meiner Brust. Meine Muskeln entspannen sich und ich senke mein Schwert. Was ist hier los? Warum greife ich Yolo an? Meinen besten Freund!

Meine Freunde erklären mir, dass ich unter dem Einfluß einer Bezauberung stand. Ich versuche alles Geschehene nochmals zu rekapitulieren und neu zu bewerten: Meine Abenteuer-Gruppe Freund! Thuron in Ebene 1! SanSturomaS Freund oder Feind? Ein Durcheinander in meinem Kopf.

Nach ein bischen Klärung beschließen wir, dass Geryan und Neesha in die Ebene 1 schleichen um die Lage zu prüfen. Die zwei Schatten aus dem Lazarett begleiten sie. Äh … Schatten … BEGLEITEN!! Was ist denn hier los? Hat Theo unsere Absprache vergessen? Ich erkläre Theophil nochmals, dass Untote-vertreiben gut und Untote-beherrschen nicht gut ist.

Geryan und Neesha bringen von ihrem Ausflug einen KO geschlagenen Gefangenen mit. Als dieser wieder zu sich gekommen war, möchte Theo ihn ausfragen. Wir unterbrechen Theos Fragestunde, weil Blut aus dem Mund des Kämpfers läuft. Manndie hat ein bessere Idee. Mit ein paar Harfenklängen ist der Kämpfer ihr Freund und beantwortet uns viele Fragen: Thuron erwartet uns auf Ebene 1 mit 12 Söldnern. Er hat diesen erzählt, dass wir Freunde sind und für ihn die Jadeschlange besorgen. Ein paar Söldner scheinen dieses anzuzweifeln. Thuron hat in einer Seitenhöhle auf uns gewartet, damit wir in den Tempel gehen können ohne ihn zu entdecken.