Nochmal das Ritual (Thor)

Nun wird es knapp für das Ritual. Heute Nacht ist die letzte Chance. Bis Mitternacht müssen wir das Ritual abgeschlossen haben. Yig hat uns gebeten das Ritual zu wiederholen. Dieses Mal dürfen wir nicht gestört werden. Kein Fokusstein darf entfernt werden, der Tempel darf nicht entweiht werden, ein Angriff jeglicher Art muss vermieden werden. Milton ist immer noch ausgenockt. Der zweite Gefangene ist gefesselt und fügt sich seinem Schicksal. N’Thal wurde laut Infos des Raben abgeschossen, aber seine Leiche nicht gefunden. Wo der bloß steckt?

Wir rennen die Treppen nach oben. Zumindest Yolo und Edeltraut rennen, Satine, SanSturomaS und ich können recht locker Schritt halten. Der andere Teil der Gruppe übernimmt das Bewachen des Turms, damit das Ritual nicht gestört wird.

Irgendjemand hatte wohl einen der Ringe dabei. Zumindest kommen wir ohne Zwischenfall am Hundertmaul vorbei. Oben angekommen verschließen wir die Türe. Ich setze die Jadeschlange in den Fokus, wir bereiten die Kräuter und Utensilien vor und beginnen das Ritual. Die Abläufe sind uns schon vertraut. Die Jadeschlange fängt wieder an grün zu leuchten. Dieses Mal ist SanSturomaS am Ritual beteiligt und ich fühle wie stolz ihn das macht. Alles läuft nach Plan.
Plötzlich empfängt jemand eine Nachricht von Manndie. Ich wusste nicht, dass sie das kann, aber es ist eindeutig ihre Stimme. Sie ruft uns um Hilfe! N’Thal und ein paar Chaoskrieger sind auf dem Weg zu uns. Unsere Wachposten haben offensichtlich ein mächtiges Problem, schweben vielleicht sogar in Lebensgefahr.

N’Thal hat es schon mal geschafft diese Türe zum Ritual-Raum zu öffnen. Schon damals hatte es sich angefühlt, als ob wir in der Falle säßen, jetzt nur noch ein Feuerball in diesem kleinen Raum fehlte und dann wäre es aus mit uns gewesen. Nur Yolo konnte dies verhindern. Also nicht verschanzen, sondern raus hier, die Lage checken, unseren Freunden zur Seite stehen und gemeinsam die Gegner beseitigen. Auf den Treppen sehen wir ganz unten unsere Freunde, die alle leicht verbrannt aussehen. Mantra-Gore mit ein paar Minotauren ist auf dem Weg nach oben. Das ist gut! Unsere Gruppe hat wie vereinbart Mantra-Gore zu Hilfe geholt. Aber warum wurden die Wachposten dann überwältigt und die Gegner sind auf dem Weg zu uns? Sechs Chaoskrieger sind mit sehr hoher Geschwindigkeit auf dem Weg zu uns. Das ist schlecht! Ich trinke meinen Fledermaustrank, da ich vermute, dass N’Thal unsichtbar ist. Yolo und ich stellen uns den Kriegern in den Weg. Ich habe vorher meine Kriegsaxt verzaubert, damit ich überhaupt Schaden mache und nicht mein Zweihänder bei einer Explosion zerstört wird. SanSturomaS , Satine und Edeltraut kämpfen aus dem Hintergrund mit.

Wir kloppen auf die Chaoskrieger ein und die auf uns. Leider können die auch neben der Treppe schweben und so haben wir mehrere Gegner gleichzeitig. Mantra-Gore und die Minotauren holen langsam auf. Plötzlich spüre ich einen starken Schmerz. Meine Eingeweide scheinen zu verbrennen und ich sehe, dass N’Thal sichtbar wird. Er hat einen Zauber gegen mich gewirkt! Unsere Freunde versuchen ihn zu treffen mit Pfeilen und Zaubern. Ginnu, der durch irgendein Feuer sehr verletzt wurde, rennt nach oben und kommt dem Magier mit barbarischer Wendigkeit schnell näher. N’Thal hat zwei Stäbe in der Hand, einen langen kunstvollen Stab und einen kleineren. Wieder und wieder spüre ich diese Schmerzen und werde dadurch innerlich stark verletzt. Wann hört dies wohl auf? Yolo und ich schaffen es jeweils einen Chaoskrieger zu töten. Auch ein paar Pfeile von Guldan sind bei ihnen eingeschlagen. Leider kann ich der Explosion nicht ausweichen, ich werde schwer verletzt und meine Kriegsaxt zerspringt in tausend Stücke. N’Thal sieht trotz der Treffer immer noch recht fit aus. Wieso sehe ich keinen Zauber von Ran? Wo sind Geryan und Neesha? Ich werfe meinen Speer nach N’Thal und treffe ihn hart. Plötzlich löst sich ein Feuerball aus dem kleinen Stab des Magiers. Ginnu wird trotz Feuerschild tödlich getroffen und geht zu Boden. Weitere Schmerzen zwingen mich zum Rückzug zu SanSturomaS mit der Chance auf Heilung. Eine weitere Explosion eines Chaoskriegers halte ich nicht aus und eine magische Waffe habe ich auch nicht mehr. Yolo steht weiterhin seinen Zwerg bei den zwei Chaoskriegern und die Minotauren kämpfen inzwischen auch mit. Nach ein paar weiteren Treffern geht auch N’Thal zu Boden. Ich kann nicht erkennen, dass ein Zauber von Ran beteiligt war. Ich winde mich vor Schmerzen und sinke bewußtlos zu Boden. SanSturomaS heilt mich wieder und ich öffne meine Augen. Fassungslos muss ich mit ansehen, wie N’Thal ohne erkennbare Heilung wieder aufsteht. Ein paar Wunden haben sich bei ihm geschlossen. Manndie ist in seiner Nähe. Ran, Geryan und Neesha sind immer noch nicht in Sicht. Hat ein Feuerball sie zu Asche verwandelt? Ich werde sehr traurig. Neben mir zählt SanSturomaS voller Zorn mit lauter klarer Stimme die Sünden und Verfehlungen von N’Thal auf. „Deific Vengeance„! Den kenne ich schon von Yolo gegen die Hiddukel-Priesterin! Der ganze Raum wird vom Klang und der Energie der Worte erfüllt. Der jahrhunderte alte, göttliche Zorn funkelt und knistert durch den Raum. Der Magier wird kreidebleich. Seine Augen sind erst von Angst erfüllt und dann plötzlich leer und leblos. SanSturomaS zeigt auf N’Thal und sieht zufrieden aus. Die Gnomenbardin nimmt dem Zauberer den Stab ab und zerlegt seinen Körper in Einzelteile. Der steht nicht nochmals auf. Dafür hat Yig gesorgt. Inzwischen haben Guldan, Yolo und die Minotauren die letzten Chaoskrieger getötet. Theo ist bei Ginnu und stabilisiert ihn. Was für ein Kampf! Neesha, Geryan und Ran sind immer noch nicht aufgetaucht. Meine Vermutung wird zur Gewissheit: Sie sind tot! Es zerreißt mir mein Herz drei Freunde verloren zu haben. Leider können wir nicht lange reden und klären wie es dazu kam, dass die Wachposten so sehr von N’Thal überrascht und überwältigt wurden. Wir müssen das Ritual abschließen. Danach können wir reden. Dann können wir die Überreste unserer Freunde einsammeln und ihnen in Maggies Burg würdevoll die letzte Ehre erweisen.

Gemeinsam schließen wir das Ritual ab. Das grüne Leuchten wird immer intensiver. Der ganze Raum erstrahlt im grünen Licht, wir spüren, dass etwas Großes, etwas Mächtiges, etwas Göttliches passiert. Es fühlt sich an wie pure Freude, wie zu Hause ankommen, wie Weisheit und Ordnung zugleich. Letztendlich wird das grüne Licht in den Nachthimmel projiziert und erlischt dann.  Ein neues Sternenbild bleibt am Himmel zurück. Yig ist wieder zurückgekehrt! Seine Stimme erklingt in meinem Kopf. Seine Dankbarkeit gebe ich an die Gruppe weiter, die mit Neesha, Geryan und Ran nun wieder vollständig ist. Ich habe die Gründe ihrer Abwesenheit noch nicht komplett erfasst, aber soviel, dass ich nun weiß, dass sie ihren Wachposten verlassen haben um bei Terry Bowmore Beute zu machen. Yolo und ich sind sehr verärgert und enttäuscht!
Wir haben es geschafft! Mehrfach standen wir vor lebensgefährlichen Situationen. Als Gruppe haben wir diese gemeistert. Wir haben eine unlösbar erscheinende Aufgabe erfolgreich abgeschlossen und die Welt vor dem Chaos gerettet. Was sind wir für eine Gruppe!

Aber die Freude über den Sieg ist getrübt! Ich spüre dieses Gefühl auch bei den anderen. Schatten der Enttäuschung liegen über der Gruppe. Was sind wir für eine Gruppe?