Wir sind mal wieder den ganzen Weg zurückmarschiert, und haben in dem Steinhaus übernachtet. Ist zwar anstrengend, aber irgendwie sinnvoll. So kann uns wenigstens keiner überfallen, ohne vorher die Türe einzutreten. Und das würden wir hören. Also dient das ganze unserer Sicherheit oder so.
Ich verstehe nur nicht ganz, wie es unserer Sicherheit dient, die Türe aufzumachen, sobald jemand dran klopft. Heute Morgen hat es zuerst geklopft, und wir dachten schon, das wäre der Typ, der das Essen bringt. War er aber nicht. Zumindest hat er uns kein Essen gebracht, sondern einen toten Gelbschildbanditen. Oder glaubt der, wir würden sowas essen? Die Zwerge vielleicht? Jedenfalls war ein Zettel dran, das sei ein Geschenk von einem Freund. Irgendwer in der Gruppe muss sonderbare Freunde haben, die ihm solche Geschenke machen. Naja, sein Problem, nicht meins.
Wir sind dann wieder runter, und ein paar von diesen Hundemenschen haben uns aufgehalten. Ganz wichtig hatten sie es, haben sonderbare Zeichen gemacht, und uns irgendwie zu ihrer Anführerin (Nanaya) gebracht. Die konnte sogar reden. Und das hat sie dann auch *ausgiebig* mit uns ausgekostet. Sie hat was gesagt, dass inzwischen mehr Schlangenmenschen auf uns warten, und dass es einen anderen Weg gibt, aber da ein Troll wohnt. Den haben wir dann besichtigt, Sightseeing für Höhlenbewohner. Wir haben aber beschlossen, ihm nichts zu tun, um den nächsten Touristen die Partie nicht zu vermasseln.
Dann ging die Diskussion los, was wir machen sollen. Da haben sich eine Menge von unseren Leuten ausgiebig darstellen müssen. Durch den Trollweg. Oder nein, die Schlangen töten. Oder das Fass Elfenpudding verwenden. Die Hundeanführerin hat die ganze Zeit freudig zugehört, vermutlich weil sie sonst nur alle paar Jahre mal mit jemandem reden kann. Und deshalb hat es sie auch nicht gestört, wie immer wieder das gleiche gesagt wurde, nur halt nicht immer von der gleichen Person.
2 Stunden später, und die quasseln immer noch. Rhabarber Rhabarber Rhabarber. Würde ich mir das bei der Vorstellung erlauben, das Publikum wäre schon längst eingeschlafen. Nur hat das keinen interessiert. Naja, ich bin eingeschlafen, oder wenigstens fast. Bis dann, endlich, endlich, endlich, ein Beschluss gefasst wurde. Und zwar ein ganz genialer. Die Hundemenschen greifen die Schlangen auf der einen Seite an, und wir auf der anderen. So eine geniale Taktik, natürlich braucht es da lange Diskussionen. *seufz*.
Also haben wir das so gemacht. Die Hundemenschen haben es ja nicht so mit dem Kämpfen, deshalb hat man denen versprochen, sie dürfen sich über die Frauen und Kinder hermachen. Dann gab’s plötzlich genügend Freiwillige. Zum Glück hat Neesha das nicht mitbekommen, die hat nämlich noch nicht so richtig gelernt, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Ist doch ganz leicht. Feinde hauen. Zu Freunden nett sein. Neesha meint immer, sie müsste zu Feinden nett sein. Naja, sie ist leider nicht der Goldzahn im Piratenmund, aber ein *bisschen* funkeln könnte sie doch ab und zu.
Wir also vor der Tür gewartet, bis die Hilfeschreie der Schlangenfrauen kamen und ein Getöse im Raum los ging, dann Tür auf, rein, und auf sie mit Gesang. Vorher hatten ja ein paar „mit Gebrüll“ gesagt, aber da habe ich großzügig darüber weggesehen. Sie meinen es ja nicht böse. Ich hab dann auch wieder gesungen, nicht gebrüllt. War auch gut so, wir haben mal wieder gut aufgeräumt. Nur der Chef von den Schlangen ist abgehaut, der Feigling. Der hat eine Dunkelheit um sich gelegt und ist in der Mitte vom Raum den Brunnen runtergeklettert. Auf die Idee, einfach in die Dunkelheit zu feuern, bin wieder mal nur ich gekommen, aber leider hat mein Bolzen nur die Rüstung oder so was erwischt.
Als der Kampf fast vorbei war, hat sich kein Mensch darum gekümmert, dass ja noch eine ganze Menge Schlangenmenschen bei den Hunden sind, und vielleicht irgendwann zurückkommen. Nur ich hab dran gedacht, und mal in den Gang gelinst. BOOM! Ein Blitz, ein Donner, und ich stand ohne Augenbrauen da. Vor so was muss doch gewarnt werden! Wenn das jetzt jemand größeres gemacht hätte, den hätte die Tür doch weggedrückt! Zum Glück bin ich so klein, dass das meiste über mich drüber ging, so hats zwar wehgetan aber sonst nicht viel ausgemacht.
Ich hab dann auf meinem Glaspfeifchen ein nettes Liedchen gespielt. Aaahhhh . Tut das gut. Da ist jedes Wunderkraut ein Dreck dagegen. Nach ein paar Sekunden habe ich mich schon wieder voll fit gefühlt, und eine Minute später gings mir *richtig* gut. Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Ich könnte Bäume ausreißen! Auf Wolken schweben! Alleine den Mach Thor Nuff umrennen! Davon erzähle ich aber nichts, sonst werden die wieder eifersüchtig und wollen mir das Teil wegnehmen. Nein, das wird nicht passieren. Die Pfeife ist meine. Meine. MEINE!